… Bist Du wirklich bereit?

Laut dem Zenith Mobile Advertising Forecast besitzen im Jahr 2018 weltweit (in 52 Märkten) 66% der Menschen ein Smartphone. 2017 waren es 63% und 2016 waren es noch 58%. Das Smartphone gehört heutzutage als ständiger Begleiter zu den wichtigsten Utensilien in unserem Alltag und ist bei den meisten nicht mehr wegzudenken. In einigen Ländern gibt es laut Google mittlerweile sogar mehr Smartphones als PCs. Die zunehmende Verwendung von Smartphones und Tablets hat einen grossen Einfluss darauf, wie wir an Informationen gelangen und sie konsumieren. Das ist kein Geheimnis. Unsere Nutzerpräferenzen ändern sich und Unternehmen müssen auf diese eingehen. Mobile Readiness war bereits schon vor 2 bis 3 Jahren Thema. Da nun aber Google den Roll-out seines Mobile-first-Index bekannt gegeben hat, werden wir im Folgenden nochmal darauf eingehen.

 

Warum sollte ich meine Website für mobile Geräte optimieren?

Das US-Markforschungsinstitut dscout hat 2016 eine Studie veröffentlicht, die sich mit der täglichen Smartphone-Nutzung von Menschen beschäftigt. Die Studie “Mobile Touches: A Study on Human and their Tech” zeigt, dass das Smartphone unter den Probanden im Durchschnitt 2’617 Mal am Tag berührt wird. Die Gruppe der extremen Nutzer oder “heavy users” verzeichnete täglich sogar bis zu 5’427 Berührungen. In einem Jahr würde diese Gruppe also fast 2 Millionen mal ihr Smartphone berühren. Als Berührung wurde jedes Entsperren und jede Aktion auf sozialen Netzwerken gezählt. Interessant ist auch die Erkenntnis des Mobile Trend Report von YouGov, dass das Smartphone überwiegend zuhause gebraucht wird.

Die Wahrscheinlichkeit, dass User Deine Website mit einem mobilen Gerät besuchen, ist extrem hoch. Mobile Readiness ist für einen erfolgreichen Onlineauftritt unumgänglich. Eine mobile Website bietet zudem neue Verkaufsmöglichkeiten. Heutzutage werden mehr als 80% der Einkäufe mit dem Smartphone oder über das Tablet getätigt und mehr als die Hälfte derer, die online shoppen, verwenden ihr mobiles Gerät um sich online über Produkte zu informieren.

Auch Google reagiert auf die wachsende Bedeutung des mobilen Surfens. In Zukunft wird die mobile Version Deiner Website massgeblich in die Bewertung für das Google Ranking mit einfliessen und entscheiden, welche Position Du in den Suchergebnissen einnimmst. Derzeit bestimmt vor allem die Desktop-Version einer Website, wie relevant Google eine Website für die User einstuft. Mit dem Mobile-first-Index wird zunehmend die mobile Version der Website in den Fokus rücken. Neben Smartphones betrifft Mobile first auch Tablets, Multimediatelefone und so genannte Feature-Phones. Näheres zu den technischen Unterschieden dieser Geräte findest Du im SEO-Überblick für Mobilgeräte von Google.

 

Welche Ansätze gibt es für die Optimierung und welcher ist der Beste?

Es gibt drei verschiedene Strategien, mit denen Du Deine Website für mobile Geräte optimieren kannst. Die folgende Grafik zeigt diese im Überblick.

Die meistverbreitete und auch von Google empfohlene Methode ist das responsive Webdesign. Diese Strategie verfolgt den Ansatz, dass verschiedene Geräte vom Server jeweils denselben HTML-Code gesendet bekommen und mittels CSS dann die Seitendarstellung an das jeweilige Gerät angepasst wird. Dieser Prozess wird von den Google-Algorithmen automatisch erkannt.

Sobald eine mobile Version Deiner Website existiert, kannst Du diese mit verschiedenen Tools auf ihre Performance testen. Google stellt dafür zum Beispiel den Mobile-friendly-Test oder Test-my-Site zur Verfügung, mittels denen Du online einfach über die URL die Performance Deiner mobilen Website testen kannst.

 

Mobile Friendly Pages ≠ Accelerated Mobile Pages

Mobile friendly pages sind Websiten mit responsivem Design. Das bedeutet, sie passen sich an das jeweilige Gerät an. Diese Strategie verfolgt das Ziel, dass man jeweils abhängig vom Gerät, die beste Ansicht der Website angezeigt bekommt (best viewing experience). Accelerated mobile pages (AMP) hingegen sind Seiten, die speziell auf Mobilgeräte ausgerichtet sind und sich durch ihre extrem kurze Ladezeit auszeichnen.

Das AMP-Projekt gehört zur Medienförderungsinitative „Digital News Initiative“ (DNI) von Google und zielt darauf ab, dass mobile Websiten noch schneller geladen werden können. AMP ist ein Open-Source-Ansatz und vor allem für die Veröffentlichung von Nachrichtenartikel interessant, da diese in sehr kurzen zeitlichen Abständen erscheinen. Eine AMP ist in der Google-Suche mit einem kleinen Blitz-Symbol gekennzeichnet und lädt sich innerhalb einer Sekunde nach dem Klick. Das funktioniert, weil der in der Suche erscheinende Artikel von Google bereits im Hintergrund, also vor dem Klick, geladen wird. Für grössere Dateien wie Bilder, Videos etc. wird zunächst ein Platzhalter geladen, welcher nach dem tatsächlichen Klick mit der entsprechenden Datei ersetzt wird. Die grosse Neuerung bei den AMP-Artikeln ist, dass sie direkt vom Google-Server abgerufen und geladen werden und nicht vom Server des jeweiligen Artikel-Herausgebers.

Google hat entsprechende Schnittstellen für AMP-Websiten zu anderen Google Produkten ermöglicht. Es ist beispielsweise möglich eine Verknüpfung der AMP-Website zu Google Analytics und Google AdWords zu erstellen. Nähere Informationen zur jeweiligen Konfiguration findest Du hier.

Kritiker der AMP-Initiative sagen, dass man sich durch die Verwendung von AMP noch stärker von Google abhängig macht. Da die Skripte direkt vom Google-Server in die Website eingebettet werden, fliessen auch Verbindungsinformationen der Websitebesucher direkt an Google. Führst Du eine Google-Suche auf Deinem Mobilgerät aus, dann wirst Du zum AMP-Cache geleitet und nicht zum eigentlichen Anbieter des Inhalts. Das bedeutet, beim Öffnen des Artikels verlässt Du die Plattform/Google nicht. Allerdings zeigt Google mittlerweile zumindest die originale URL des Artikels an.

 

Zusammenfassung

Für SEO ist Mobile Readiness wichtiger als je zuvor. Die Performance Deiner mobilen Website wird in Zukunft darüber mitentscheiden, welche Position Du unter den organischen Google Suchergebnissen einnimmst. Daher sollte Deine mobile Website unbedingt (weiter) optimiert werden. Über Mobile-friendly-Test oder Test-my-Site kannst Du die Performance Deiner Website für mobile Endgeräte analysieren lassen und wichtige Optimierungspotenziale aufgezeigt bekommen. Alternativ zur responsiven Lösung, gibt es Websiten im AMP-Format, die sich durch extrem kurze Ladezeiten für mobile Geräte auszeichnen (< 1 sec). 

Wenn Du Deine organische Suchposition verbessern oder mehr zu diesem Thema erfahren möchtest, zögere nicht mich zu kontaktieren!