Praktisch jeder, der schon einmal im Internet nach Schuhen gesucht hat, kennt Retargeting. Denn spätestens nachdem man einen E-Shop besucht und wieder verlassen hat, ohne dort Schuhe zu kaufen, bekommt man in der Regel ein paar Banner mit genau den Schuhen, die man sich angeschaut hatte, wieder zu sehen. Diese Online Marketing Massnahme nennt sich Retargeting (zu Deutsch: wieder ansprechen) und kann sehr grob, d.h. auf Websiteebene zu Brandingzwecken, oder sehr fein, d.h. auf Produktebene zu Verkaufszwecken, eingesetzt werden.

Quelle: https://www.marketinginstitut.biz/blog/remarketing

Ziel der Werbetreibenden ist es, Streuverlust zu vermieden und Conversion Rates zu erhöhen, indem bereits interessierte User nochmals angesprochen und entweder an die Marke oder das Angebot des Werbetreibenden erinnert werden. Schliesslich ist die Wahrscheinlichkeit, dass ein Nutzer eine Aktion auf einer bestimmten Website durchführt tendenziell höher, wenn dieser die Website bereits zuvor besucht hat.

Doch um relevant zu sein und mit passenden Werbeanzeigen zu punkten, ist es für Werbetreibende essentiell, dass sie vorab bestimmte Besucher-Segmente, wie zum Beispiel Warenkorb-Abbrecher, definieren. Anschliessend werden Nutzer, die auf eine Website kommen mit einem Cookie versehen und, sofern sie in ein vordefiniertes Segment fallen, einer bestimmten Liste zugeordnet. Mithilfe des Cookies können sie im nächsten Schritt nochmals gezielt mit Online Marketing Anzeigen angesprochen werden. Dies ist sowohl mit Google AdWords als auch Facebook möglich.

Kritik an Retargeting

Retargeting kann allerdings auch nach hinten losgehen. Aus Sicht von Datenschützern wird Retargeting oft bemängeln, da es die Aktivitäten des Nutzers zu Werbezwecken ohne ihre Zustimmung nutzt. Viele Nutzer fühlen sich zudem verfolgt, wenn sie überall im Internet Werbung für genau die Produkte sehen, die sie sich einmal angeschaut haben. Es empfiehlt sich daher sehr, Frequency Capping einzusetzen, um zu beeinflussen, wie oft einem Nutzer bestimmte Retargeting-Anzeigen angezeigt werden.

Doch dies kann mittlerweile auch beispielsweise durch einen Adblocker verhindert werden.

Zusammenfassung

Bei Retargeting geht es darum, möglichst relevant zu sein indem Nutzer im Internet gezielt mit für sie zugeschnittenen Werbeanzeigen angesprochen werden. So kann man verloren gegangene Besucher wieder auf eine Website bringen und sie auffordern, dort eine gewünschte Aktion durchzuführen. Allerdings sollten Werbetreibende beim Retargeting sicherstellen, dass Werbeeinblendungen für Besucher nur begrenzt ausgespielt werden.

Und Du – wie stehst Du zu Retargeting? Ich freue mich auf Deine Meinung!